Freitag, 2. März 2007

Tramping Club

Ja, tramping heißt wirklich wandern.
Und ja, ich bin in dem Club Mitglied geworden.
Und die wandern sogar wirklich!
Die „Club“-Landschaft an der Uni ist (wie wohl häufig in englischsprachigen Ländern) sehr ausgeprägt, so hat z.B. fast jede Nationalität ihren eigenen Club. Dann existieren noch Clubs der verschiedenen politischen oder religiösen Richtungen, sonstiger Neigungen und natürlich der Sportarten. Einer dieser Club und wohl auch einer der größten ist der Tramping Club. Die Mitgliederstärke wird zwar anscheinend zu einem großen Teil von internationalen Studenten getragen, aber genau dazu leiste ich ja auch meinen Beitrag. Die Verantwortlich sind aber alle Kiwis und so richtig, wie man sich Wander-Kletter-Outdoor-Leute vorstellt. Ich gehöre ja eher zur Lass-mal-lieber-nen-Kaffee-trinken-gehen-Fraktion, aber mal sehen was das Jahr so bringt...
Die erste Bewährungsprobe war letzten Sonntag. Die Wanderung auf den Mount Cargill, den höchsten Berg um Dunedin (irgendwas um die 680m). Die ersten zwanzig Minuten ging es ziemlich steil hoch und wenn ich den Weg zurück gewusst hätte, wäre ich wohl umgedreht. (aber mein bisschen Lebenserfahrung und da insbesondere die Wanderung im Grand Canyon in Südfrankreich (heißt der eigentlich wirklich so, oder haben wir den nur so getauft?) vor ein paar Jahren, sagt mir: Umdrehen ist manchmal bis häufig die anstrengendere und schlechtere Alternative). Allerdings war ich mittlerweile zu dem Schluss gekommen, dass das mit diesem Club wohl doch nicht die beste Idee war. Ich bin trotzdem weitergegangen und dann wurde plötzlich der Weg human und es war alles gar nicht mehr so schlimm.



Und dann kommt ja am Ende die Belohnung durch die Aussicht und den Muskelkater... Der Weg wieder runter war dann auch recht entspannt und noch halb benebelt davon, dass ich da hoch und wieder runter gelaufen bin, habe ich mich direkt für den nächsten Trip angemeldet.



Heute Nachmittag geht’s los nach ’Paradise’ (irgendwo bei Queenstown)–hört sich doch schon mal gut an, oder? Am Samstag gibt es dann eine Tagestour und Sonntag irgendwann zurück. Es wird verschiedene Touren geben mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Ich bin natürlich nicht so vermessen meine eintägige Wandererfahrung zu überschätzen und habe mich für den einfachsten Gang entschieden –sind ja auch nur 5-6 Stunden. Laut Beschreibung klang das vom Weg her am besten für mich und vor allem muss man da nicht klettern, was bei vielen anderen Wegen dazu gehört hätte. Übernachten werden wir auf einem Campingplatz unter Zeltplanen (welcher internationale Student hat denn auch ein Zelt dabei?). An sich könnte das ein wirklich lustiges und tolles Wochenende werden, es gibt nur ein großes Problem, genau: das Wetter! Leider ist nämlich Regen angesagt und ich befürchte, dass bei mir jeder Enthusiasmus fürs Wandern flöten geht, wenn ich zwei Nächte unter nassem und quasi freiem Himmel schlafen und tagsüber durch Matsch waten muss. Aber vielleicht wird es ja auch nur halb so wild. Ihr werdet es erfahren.
Wenn ich nächste Woche ne Grippe habe, habe ich zumindest viel Zeit zum schreiben...
Hals- und Beinbruch,
Hannah














Nachtrag: Der Ausgang des Course Approval.
Ich habe natürlich die notwendige Unterschrift bekommen und am Abend dann noch eine E-Mail von dem verschollenen Dozenten. Ihm musste ich dann ja leider absagen, war einfach zu spät. Jetzt muss ich nur noch rausbekommen, wann meine eine Veranstaltung stattfindet und alles ist gut.

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