Mittwoch, 31. Januar 2007

Von Bären und Bullen

Genauer gesagt "Bears" und "Bulls" und beide aus Chicago. Denn diesen Eintrag widme ich dem Sport.
Offensichtlich eine der Lieblingsbeschäftigungen der Amerikaner –zumindest das anschauen... Auf jeden Fall wird man hier überall mit Sport berieselt, fast überall sind Fernseher angebracht (in Geschäften, Bars, Restaurants und sonstigen Einrichtungen) und wenn dort nicht gerade Werbung läuft, wird Sport gezeigt. Dabei habe ich ziemlich Glück, weil anscheinend gerade Basketballsaison ist –Baseball wäre wohl ziemlich langweilig geworden. Und wenn nicht gerade Basketball läuft, rennen ca. 22 stark gepolsterte Männer in Leggins(!) einem ovalen Ball hinterher...

Also, zu den Bären: denn für die von Euch, die es nicht wissen, am 04. Februar spielen die Chicago Bears gegen die Colts aus Indianapolis im SuperBowl, somit um den Meistertitel in der National Football League, der US-amerikanischen Football Profi-Liga. Ich glaube, das ist an sich schon eine große Sache, aber Chicagos letzter Titel war in den 80’ern. Das ist hier also Thema und überall hängen „Go Bears“ -Schilder oder ähnliche Anfeuerungen.

Das (sozusagen) Halbfinale gegen die New Orleans Saints war letzte Woche Sonntag (Sonntag ist nämlich Football-Day) und wir haben uns das bei Bud’s angeschaut. Bud’s ist eine Sportbar und ca. so groß, wie eine durchschnittliche, bundesdeutsche Schulsporthalle (das Foto ist leider ziemlich dunkel, aber vielleicht kann es trotzdem einen Eindruck vermitteln).



Auf jeden Fall war es ein Erlebnis und auch etwas spannend –glücklicherweise ist Football nicht sonderlich schwer zu verstehen. Viel spannender war allerdings das andere „Halbfinale“, das wirklich in der letzten Minute entschieden wurde.

Football zu gucken würde wahrscheinlich richtig Spaß machen, wenn es nicht ständig unterbrochen würde. Die Gesamtzeit der Werbung ist vermutlich länger als die reine Spielzeit. Wobei das Spiel an sich der (Werbe-)Industrie auch zu Gute kommt. Ein Spielzug dauert nicht sonderlich lange und dann wird sich wieder besprochen und neu aufgestellt usw.. Das alles dauert immer ewig. Im Vergleich dazu schaue ich mir lieber das Rumgekicke im Mittelfeld im deutschen Fußball an, da könnte wenigstens rein theoretisch was passieren. Deshalb sollte man Football wohl auch besser immer in Bars oder ähnlichem gucken, da kann man sich wenigstens gut anders ablenken.




Aber jetzt zum wichtigsten Punkt dieses Eintrages: Dirk Nowitzki ! Oder eigentlich das Spiel der Chicago Bulls gegen Dallas Mavericks.
Was für ein Glück, zwei Wochen in Chicago und Dirk Nowitzki spielt im United Center! Aber leider, leider haben wir ihm kein Glück gebracht und die Mavericks haben verloren. Auch sonst hätte der Abend wohl ein größeres Erlebnis sein können, obwohl es schon toll war. Aber wir haben ganz (wirklich ganz) oben gesessen. Das war erstens etwas ab vom Schuss und damit von der Stimmung und vor allem hatte Wiebke erst Probleme mit ihrer Höhenangst. Außerdem hatten wir die Karten über die AHK bekommen und deshalb saßen nur Deutsche um uns rum. Das bedeutete zwar, dass wir ungehemmt für Dirk jubeln konnten, aber ebenfalls weniger Stimmung. Zudem hatte das Spiel zwar seine kleinen Highlights, war insgesamt aber wohl nicht das Beste oder Spannendste. Insgesamt hatten wir also wohl nicht das totale NBA-Erlebnis, aber dafür waren wir dabei!



Und es ist schon interessant diesen ganzen Kram drum herum mal mitzuerleben. In jeder noch so kleinen Pause passiert irgendetwas, selbst bei Time-outs - entweder die Cheerleader, das Maskottchen, irgendwelche Spielchen oder sonstige Animation. Das ist wirklich nicht vergleichbar mit einem deutschen Fußballspiel und auch nicht mit den WM-Spielen. Das Spiel gerät dabei ganz schön in den Hintergrund und es ist etwas anstrengend sich auf das sportliche Geschehen auf dem Platz zu konzentrieren. Aber trotzdem werde ich bei meinem nächsten USA-Besuch versuchen noch ein Spiel zu sehen –und wer weiß, vielleicht gewinnt Dirk ja dann...

Freitag, 26. Januar 2007

Bilder

Da ich leider noch keine Ahnung habe, wie ich mehr als ein Bild im Text so positioniere, wie ich das gerne hätte, kommen sie hier einfach extra:









































Chicago


Doch etwas später als gedacht und angekündigt, berichte ich hier nun endlich über Chicago. Mittlerweile war ich an zwei Tagen in Downtown Chicago, am Samstag mit Wiebke und Dienstag allein.
Da wir Freitagabend unterwegs waren und der Zug am Wochenende nur alle zwei Stunden fährt, sind wir Samstag erst gegen Mittag in Downtown angekommen. Wir hatten Glück mit dem Wetter und den ganzen Tag über Sonnenschein. Für Wiebke war es auch erst der zweite Besuch in der Stadt und deshalb haben wir uns die teure Touri-Trolley-Bustour gegönnt. Aber so haben wir einen guten Überblick erhalten und die wichtigsten Stationen zumindest von weitem gesehen... Später sind wir am Water Tower ausgestiegen und dann zu Fuß die zwei Blocks zum Hankock Center gelaufen. Die Höhenangst hat gesiegt und so bin ich allein auf die Aussichtsplattform gefahren. Chicago’s Best View! – wurde mir versprochen und zumindest ein sehr guter geboten (das Foto stammt von da). Danach haben Wiebke und ich uns einem kleinen Teil der Barszene Chicagos gewidmet. Die Bars waren zwar recht teuer, aber auch echt nett und vor allem anders als bei uns –zumindest die, in denen wir waren. So richtig lang wurde es aber dann nicht und wir haben den Zug um halb elf Richtung Schlafstätte genommen.

Den nächsten Trip nach Downtown Chicago habe ich dann zum Großteil der Kunst gewidmet. Ein paar Stunden habe ich im Art Institute of Chicago verbracht, um mir dort größtenteils Werke europäischer Künstler anzuschauen. Ich hab ja keine große Ahnung von Kunst, aber da hängen schon ein paar wirklich, wirklich schöne Bilder. Besonders gefallen hat mir ein Bild von Renoir („Zwei Schwestern“ oder so ähnlich). Die Räume mit der amerikanischen Kunst waren leider von Schulklassen bevölkert, weshalb ich dort eigentlich keine Zeit verbracht habe. Die restliche Zeit bin ich einfach in den Straßen rumgelaufen und habe eine paar Skulpturen abgeklappert. In Chicago stehen nämlich Skulpturen berühmter Künstler einfach so auf der Straße rum. Naja, eigentlich wurden die wohl extra zu diesem Zweck angefertigt. Auf jeden Fall kann man beim Spazierengehen einen Picasso, einen Chagall (einen sehr schönen auch noch), einen Miro und noch etliche andere bestaunen.
Insgesamt ist Chicago auf jeden Fall eine sehr beeindruckende Stadt (im Sommer vermutlich noch mehr, da dann der See noch mehr zum tragen kommt), mit einer tollen Skyline und einer (soweit ich das beurteilen kann) tollen Architektur.

Freitag, 19. Januar 2007

Die erste Station

Die erste Station meines kleinen Abenteuers ist erreicht, das kalte und weiße Chicago bzw. St.Charles. Von Chicago selber habe ich nocht nicht viel gesehen (eigentlich nur ausschnittsweise den Flughafen), aber das wird Samstag nachgeholt. St. Charles ist ne kleine Vorstadt, die sich an einer großen Straße langzieht -zumindest ist das mein bisheriger Eindruck. Leider kann ich nicht beurteilen, ob es eine typisch amerikanische Kleinstadt ist. Auf jeden Fall sieht es hier anders aus als in Stars Hollow, Capeside oder einer anderen Fernseh-Kleinstadt. Aber es ist wirklich nett hier, für mich sehr entspannend und ich freue mich total mal wieder viel Zeit mit Wiebke verbringen zu können.
Die Anreise war relativ unproblematisch. Der Flug von Frankfurt nach Chicago ging ziemlich schnell vorbei, obwohl ich gar nicht viel geschlafen habe. Aber ich hatte einen nette Sitznachbarn mit dem ich mich viel unterhalten habe. Ein Inder, der in New York studiert. Ich hab leider etwas gebraucht, bis ich verstanden habe, dass er in dem Staat New York studiert und nicht in der Stadt. So ganz sicher bin ich mir da allerdings immer noch nicht. Es waren erstaunlich viele Inder in dem Flieger und insgesamt recht wenig Deutsche -zumindest war das mein Eindruck.
Leider konnte ich nicht soviel schlafen, wie ich wollte und deshalb habe ich mir einen der Filme angesehen: Flicka - Freiheit, Freundschaft, Abenteuer. Schon der Titel ist abschreckend. Ich weiß, dass es nicht sonderlich spannend ist, was man während des fliegens tut (zumindest wenn man nicht am Steuerknüppel sitzt), aber ich muß Euch einfach vor diesem Film warnen. Er ist absolute Zeit- und Geldverschwendung. Tut Euch den nicht an, selbst wenn Ihr zehn Euro dafür bekommt. Die meisten von Euch wissen, dass ich hart im nehmen bin, was Filme angeht und mich auch für Schund (z.B. den Großteil der Bollywood-Filme) begeistern kann, aber Flicka - Freiheit, Freundschaft, Abenteuer (so richtig passt der Titel nicht mal) war echt zuviel. Danke Lufthansa!
Der allererste Flug meiner Reise hatte einige Verspätung, weshalb ich so zienmlich die Letzte war, die den Flieger nach Chicago bestiegen hat. Das wäre ein ganz schön blöder Start meiner Reise geworden, wenn ich direkt das Flugzeug verpasst hatte. Allerdings gab es eine ziemlich coole Sache an dem Flug, das Flugzeug trug nämlich den Namen der Stadt Lingen! (Für die Unwissenden: die Stadt in der ich aufgewachsen bin)Das ist doch echt witzig, vielleicht heißt der Flieger von Frankfurt nach Düsseldorf am Ende der Reise ja dann Neuss?
Bis zum nächsten Mal -vermultich nach dem Wochenende in Downtown Chicago (ich werd euch dann berichten, ob ich es geschafft habe Wiebke auf den Sears Tower zu bekommen...)
Alles Liebe und haltet Euch gut fest, wenn Ihr das Haus verlasst,
Hannah