Offensichtlich eine der Lieblingsbeschäftigungen der Amerikaner –zumindest das anschauen... Auf jeden Fall wird man hier überall mit Sport berieselt, fast überall sind Fernseher angebracht (in Geschäften, Bars, Restaurants und sonstigen Einrichtungen) und wenn dort nicht gerade Werbung läuft, wird Sport gezeigt. Dabei habe ich ziemlich Glück, weil anscheinend gerade Basketballsaison ist –Baseball wäre wohl ziemlich langweilig geworden. Und wenn nicht gerade Basketball läuft, rennen ca. 22 stark gepolsterte Männer in Leggins(!) einem ovalen Ball hinterher...
Also, zu den Bären: denn für die von Euch, die es nicht wissen, am 04. Februar spielen die Chicago Bears gegen die Colts aus Indianapolis im SuperBowl, somit um den Meistertitel in der National Football League, der US-amerikanischen Football Profi-Liga. Ich glaube, das ist an sich schon eine große Sache, aber Chicagos letzter Titel war in den 80’ern. Das ist hier also Thema und überall hängen „Go Bears“ -Schilder oder ähnliche Anfeuerungen.
Das (sozusagen) Halbfinale gegen die New Orleans Saints war letzte Woche Sonntag (Sonntag ist nämlich Football-Day) und wir haben uns das bei Bud’s angeschaut. Bud’s ist eine Sportbar und ca. so groß, wie eine durchschnittliche, bundesdeutsche Schulsporthalle (das Foto ist leider ziemlich dunkel, aber vielleicht kann es trotzdem einen Eindruck vermitteln).
Auf jeden Fall war es ein Erlebnis und auch etwas spannend –glücklicherweise ist Football nicht sonderlich schwer zu verstehen. Viel spannender war allerdings das andere „Halbfinale“, das wirklich in der letzten Minute entschieden wurde.
Football zu gucken würde wahrscheinlich richtig Spaß machen, wenn es nicht ständig unterbrochen würde. Die Gesamtzeit der Werbung ist vermutlich länger als die reine Spielzeit. Wobei das Spiel an sich der (Werbe-)Industrie auch zu Gute kommt. Ein Spielzug dauert nicht sonderlich lange und dann wird sich wieder besprochen und neu aufgestellt usw.. Das alles dauert immer ewig. Im Vergleich dazu schaue ich mir lieber das Rumgekicke im Mittelfeld im deutschen Fußball an, da könnte wenigstens rein theoretisch was passieren. Deshalb sollte man Football wohl auch besser immer in Bars oder ähnlichem gucken, da kann man sich wenigstens gut anders ablenken.
Aber jetzt zum wichtigsten Punkt dieses Eintrages: Dirk Nowitzki ! Oder eigentlich das Spiel der Chicago Bulls gegen Dallas Mavericks.
Was für ein Glück, zwei Wochen in Chicago und Dirk Nowitzki spielt im United Center! Aber leider, leider haben wir ihm kein Glück gebracht und die Mavericks haben verloren. Auch sonst hätte der Abend wohl ein größeres Erlebnis sein können, obwohl es schon toll war. Aber wir haben ganz (wirklich ganz) oben gesessen. Das war erstens etwas ab vom Schuss und damit von der Stimmung und vor allem hatte Wiebke erst Probleme mit ihrer Höhenangst. Außerdem hatten wir die Karten über die AHK bekommen und deshalb saßen nur Deutsche um uns rum. Das bedeutete zwar, dass wir ungehemmt für Dirk jubeln konnten, aber ebenfalls weniger Stimmung. Zudem hatte das Spiel zwar seine kleinen Highlights, war insgesamt aber wohl nicht das Beste oder Spannendste. Insgesamt hatten wir also wohl nicht das totale NBA-Erlebnis, aber dafür waren wir dabei!
Und es ist schon interessant diesen ganzen Kram drum herum mal mitzuerleben. In jeder noch so kleinen Pause passiert irgendetwas, selbst bei Time-outs - entweder die Cheerleader, das Maskottchen, irgendwelche Spielchen oder sonstige Animation. Das ist wirklich nicht vergleichbar mit einem deutschen Fußballspiel und auch nicht mit den WM-Spielen. Das Spiel gerät dabei ganz schön in den Hintergrund und es ist etwas anstrengend sich auf das sportliche Geschehen auf dem Platz zu konzentrieren. Aber trotzdem werde ich bei meinem nächsten USA-Besuch versuchen noch ein Spiel zu sehen –und wer weiß, vielleicht gewinnt Dirk ja dann...