Sonntag, 23. September 2007

Nordinsel: 12 Stunden von Napier über Gisborne zurück nach Rotorua

In dem Bericht über Napier habe ich ja schon angedeutet, dass die Rückfahrt nach Rotorua kein komplettes Vergnügen war und das lag an drei Dingen: der Dauer, des Wetters und den Walisern.
Unsere Route ging von Napier aus nördlich an der Küste entlang über Gisborne (an der Poverty Bay) und dann westlich ins Landesinnere zurück nach Rotorua. Die Strecke ist zwar nur knapp 520 km lang, wir haben aber trotzdem zehn Stunden dafür gebraucht. Das lag zum einen daran, dass die Höchstgeschwindigkeit in Neuseeland 100 km/h ist (die man häufig nicht mal fahren kann) und dann das Wetter teilweise richtig, richtig besch... war. Die Strecke hinter Gisborne ging durch eine dieser wunderschönen neuseeländischen Schluchten –naja, ich vermute das jedenfalls, der prasselnde Dauerregen mit Hilfe des Windes hat nämlich verhindert, dass man viel sehen konnte. Die Wetterbedingungen haben außerdem dafür gesorgt, dass wir zeitweise nicht schneller als ca. 30 km/h fahren konnten. Dazu kamen dann noch Geröll und Äste, die anscheinend von dem Regen auf die Straße gespült wurden.
Da ich das Auto angemietet hatte, Simon nicht als guten Fahrer einschätze (obwohl ich dafür eigentlich keinen Anlass habe, das also eine reine Vermutung ist) und die beiden anderen keinen Führerschein haben (wobei ich sie vermutlich eh nicht hätte fahren lassen), bin ich die komplette Strecke gefahren.
Nachdem ich mich mit meinem ersten Beifahrer (Simon) schon in Napier etwas in die Wolle bekommen habe, da er nicht in der Lage war die Karte anständig zu lesen, das aber auch niemand anderem überlassen wollte, war der Anfang der Strecke nach Gisborne eigentlich ganz nett. Wir hatten gutes Wetter und Radioempfang.
Hawke's BayIn Gisborne selbst waren wir nen Kaffee trinken und die Anfänge Europas in Neuseeland besichtigen:
My charming travel-mates’Young Nick’ war der Bootsjunge auf der Endeavour, der als erster das neue Land entdeckt hat.Und das ist Captain James CookNach Gisborne ging es dann über Whakatane nach Rotorua. Die Strecke wäre bei Tageslicht und gutem Wetter vermutlich sehr schön gewesen. Aber davon konnte man, wie erwähnt, nicht viel sehen. Mit einsetzendem Regen, verloren wir den Radioempfang (was aber auch einfach an der Strecke liegen könnte und nicht am Wetter) und die Stimmung im Auto sank drastisch. Als Carl vorne saß, haben sich Jess und Simon wohl auf der Rückbank gestritten, weshalb sie nicht mehr zusammen hinten sitzen wollten. Leider hat aber auch keine von denen mit mir geredet, als sie jeweils Beifahrer waren, was das Fahren nicht unbedingt angenehmer gestaltet hat. Ich war irgendwann ziemlich genervt und müde. Carl hat dann glücklicherweise von der Rückbank aus die Unterhaltung übernommen und ein paar Reisegeschichten erzählt.
Naja, ich war auf jeden Fall wirklich froh, als wir in Rotorua waren und damit aus dem Auto raus. Wahrscheinlich habe ich mit dieser Tour jetzt meinen persönlichen eintägigen-Autofahr-Rekord (zumindest der Dauer nach) aufgestellt –wobei fraglich ist, ob das erstrebenswert ist.
Cheers,
Hannah

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