Dienstag, 29. Mai 2007

Mitbewohner

Bei einem längeren Besuchs meines eigenen, also diesen Blogs ist mit aufgefallen, dass ich Euch ja noch eine Menge Informationen schulde. Bitte glaubt mir, dass ich diese ganzen Dinge nicht bewusst verheimlicht habe, es ist einfach passiert.
Ich werde versuchen, das in nächster Zeit alles nachzuholen, aber jetzt erst mal eines der wichtigsten Infos: meine Mitbewohner.
Das sind die schwedische Eva und der kanadische Mike.
Eva studiert Tourism und Management und ist schon das zweite Jahr in Dunedin und das dritte in Neuseeland. Wir verstehen uns sehr gut und sie ist für die meisten Fortschritte meiner Englischkenntnisse verantwortlich. Sie kann außerdem auch ein wenig deutsch. Wenn ich ein Wort auf Englisch nicht weiß, probiere ich es einfach auf Deutsch und meistens versteht sie das dann. Das liegt aber wiederum eher daran, dass Deutsch und Schwedisch sich ziemlich ähnlich sind und das schwedische Pendant meistens ungefähr genauso klingt.
Sie ist übrigens diejenige, die den Unfall mit Puti hatte. Es geht ihr schon viel, viel besser, obwohl sie wohl immer noch Schmerzen hat und noch nicht mit der Physio anfangen darf, aber sie muss die Nackenstütze nicht mehr tragen.
Leider steht es noch nicht fest, ob sie das nächste Semester auch bei uns wohnt. Eigentlich wollte sie nach Brasilien für ein Auslandssemester, hat das aber schon vor ungefähr nem Monat auf Januar verschoben. Allerdings hat sie sich etwas zu spät darum gekümmert, ob sie ihr Zimmer hier behalten kann und jetzt hat das Accommodation-Office es jemand anderes angeboten. Diese Person hat sich allerdings noch nicht gemeldet und zugesagt –zumindest soweit wir wissen. Ich fände es auf jeden Fall sehr, sehr schade, wenn sie ausziehen würde. Aber wir werden sehen, was passiert.
Das Foto zeigt Eva und mich am Tunnel Beach (Bericht und mehr Fotos werden folgen) –ich habe keine Ahnung warum wir so komisch stehen...

Der Dritte im Bunde ist Mike, er macht einen Master in Computer-Graphic. Viel mehr kann ich darüber nicht berichten, weil ich nicht so ganz verstanden habe, was er da genau macht. Ich weiß nur, dass es neulich mal ne Vorlesung hatte, wo es darum ging, Haare zu machen (oder besser zu animieren) –ich hab mich ziemlich lange darüber amüsiert...Mike hat sich leider ziemlich aus dem WG-Leben ausgeklinkt. Wenn er zu Hause ist, verschwindet er immer recht schnell in seinem Zimmer. Keine Ahnung wann er das letzte Mal das Wohnzimmer betreten hat. Allerdings hat er auch einen recht schrägen Lebensrhythmus (zumindest aus der Sicht der meisten Leute), er schläft meistens bis Mittags und verschwindet dann direkt in sein Lab (das ist der Arbeitsraum –die haben da sogar nen Billardtisch, weshalb ich ja noch zweifle, dass er da arbeitet). Nach Hause kommt er dann meistens mitten in der Nacht. Somit sieht man sich insgesamt sehr selten. Mike ist echt nett, aber man kann ja niemanden zwingen am WG-Leben teilzunehmen, auch wenn es schade ist. Wobei ich noch wesentlich mehr mit Mike zu tun habe als Eva. Irgendwie scheint es zwischen denen nicht so zu klappen und ich glaube, die zwei reden so gut wie gar nicht miteinander. Es ist glücklicherweise nicht schlimm, die zwei ignorieren sich nur –soweit ich das beurteilen kann, ich halte mich da nämlich komplett raus. Eva ist ein sehr aufgeschlossener Typ und Mike eher etwas zurückhaltend, auf jeden Fall ihr gegenüber. Das Eva am Anfang nicht auf ihn zugegangen ist, lag wohl daran, dass sie von ein paar nordamerikanischen Verhaltensweisen sehr befremdet war. So ist es anscheinend z.B. sehr unüblich ’Guten Morgen’, ’Tschüß’ usw. zu wünschen –ich hab mir diese Informationen von meiner Amiland-Expertin absichern lassen, also es sind keine einseitigen Beobachtungen. Naja, Eva hat das glaube ich am Anfang persönlich genommen und dann war es einfach zu spät. Jetzt hat sich das aneinander vorbei Leben eingependelt und wird sich wohl auch nicht mehr ändern. Ich versuche aber noch ab und zu was mit Mike zu unternehmen. So gehen wir immer montags zur Trivia Night (das ist ein Pub-Quiz und ganz witzig –aber davon auch ein andermal mehr).
Das Foto zeigt Mike und mich, als wir abends mal weg waren.

Macht’s gut und bis bald.
Cheers,
Hannah

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